25 Jahre

Am 11. Oktober 2024 auf den Monte Fossa in Salina. Wie bei den Skitouren in Norwegen - 1000 Höhenmeter vom Meer zum Gipfel. Steil, anstrengende und schöne Aussichten.


Hochzeitstag vergessen. Auch noch der 25. -  wenigstens waren wir es beide. Wir feiern in Salina nach, indem Steffi, Milou und ich auf den Monte Fossa kraxeln.

In Salina gibt es 2 Berge und alle Wege gehen auf den einen – der Monte Fossa – knapp 1000 m hoch. Wir nehmen die Empfehlung von Rother – hört sich gut an. 6 Stunden – 989 Höhenmeter. Endlich mal ein Berg statt Brandenburger Heide.

Das Problem ist nur, dass wir bisher in Sizilien keine der Rother Wanderungen in Sizilien geschafft haben. Der Führer muss entweder gedopt sein oder falsche Angaben mache.

Jedenfalls bin ich ganz schön unsicher wie das ausgehen soll. Schließlich kann man hier nicht einfach umdrehen – einmal auf dem Vulkan muss man immer wieder runter. Egal auf welcher Seite. Heute heißt es also ankommen (ich sage Steffi allerdings nichts und tu so als wäre das alles ganz easy).

Wir verbringen unsere silberne Hochzeit in Salina – ich weiß gar nicht so recht, ob ich das erschreckend oder toll finde.  Normalerweise ist das doch eine Rentnerveranstaltung. Auf der anderen Seite finde ich es schon unglaublich, dass wir das so lange miteinander ausgehalten haben. Bei dem nächsten runden Hochzeitstag bin ich 80. Das wird dann auch für Steffi hart.

Wir sind in Malfa in Hotel Signum abgestiegen – wer wie wir die magico ottobre offerte nutzt, kann sich das auch leisten. Essen und Trinken muss man sich halt mitbringen – aber schön ist es.

Das ist jedenfalls die Hochzeitstags Wanderung.

Wir fragen uns, wann das mit dem Extremwandern eigentlich angefangen hat. Auf jeden Fall erst nachdem Hannah und Lotta nicht mehr mitmussten. Im Lake District waren wir ziemlich viel wandern. Vielleicht war das der Start.

Zurück zum Wandern: ich bin gestresst; lange Wanderung; wir müssen das Auto um 10.00 zurück bringen; Picknick müssen wir beim Frühstück mitgehen lassen; wie kommen wir heute Abend wieder zurück, wenn das Auto weg ist usw.

Das Hotel macht es auch nicht besser. Das Frühstück ist offensichtlich als Übergang in den Lunch geplant. Alle freuen sich, dass Milou da ist, und beschäftigen sich erst einmal mit ihr bevor wir zu unserem Kaffee kommen. Wir müssen los – um 10 Uhr muss der Mietwagen in Santa Maria abgegeben worden sein und wir wollen noch im Tageslicht wieder ankommen. 

Also geht es dann leicht hektisch bei schönstem Wetter los. Wir fahren die traumhafte Küstenstrasse von Malfa nach Santa Marina und geben dort unsere Schrottkarre – der älteste Mietwagen, den ich je gesehen habe (aber charmant und man konnte sich nicht anschnallen, was mich an frühere Freiheiten, Wolf´s Autofahrer FDP und Lotta in Bali erinnerte ) genau um 10.00 ab.

Von dort geht es dann los. Erst durch die Stadt. Es ist richtig heiß und wir denken, dass wir es bei der Hitze nicht ohne Hitzschlag schaffen. Ich habe meine Mütze verloren,  aber mit Ersatzhemd überm Kopf wird’s schon gehen.

Überraschung: wir laufen im Wald. Alles schattig, feucht und kühl.  Wir laufen mehr oder minder senkrecht hoch. Alles schöne Wege mit Stufen, die leider ziemlich hoch sind, so dass man schwer hochkommt.

Der Wald ist super, fast wie im Dschungel, die Aussichten toll – soweit einem nicht der Schweiß die Sicht nimmt. Wir laufen elend viele der Stufen hoch und versuchen den Aufstieg zu genießen. Ich hatte erst letzte Woche mit meiner Wanderkondition vor Steffi angegeben und jetzt muss sich zeigen, wie es tatsächlich damit steht. Milou schwitzt jedenfalls nicht so wie ich und ist auch schneller. Wir rennen den Berg rauf – die Rother Zeit sitzt uns im Nacken. Aber wir haben noch genug Muße, um die phänomenalen Ausblicke, den Wald und den wirklich schönen – wenn auch steilen – Weg zu genießen.

Nach ca. 2 Stunden auf dem Gipfel an und machen eine kleine Rast. Ehrlich gesagt sind wir ein bisschen enttäuscht. Nicht von der Aussicht auf Panarea, Stromboli, Lipari und Vulcano sowie den Nachbarvulkan sondern über unseren Krater. Irgendwie habe ich einen Krater mit See oder Rauch oder irgendwas spektakulärem erwartet. Stattdessen ist alles bewaldet und man kann sich gar keinen Vulkan vorstellen. Außerdem ist hier ein Kinderspielplatz. Wir waren eigentlich stolz auf unsere Leistung und gingen davon aus, dass das eine Art Erstbesteigung war. Also geht´s weiter – der Weg führt um den Kraterwald linksherum. Leider treffe ich an einer Abzweigung die falsche Entscheidung und gehen gerade aus statt links – so verpassen wir die schönen Aussichten – also besser immer links halten.

Es geht dann einen super Weg nach unten. Immer am Rande des Vulkans mit Ausblicken auf das Meer und die Inseln – das Festland und Scafa sehen wir leider nicht. So langsam haben wir auch keine Angst mehr rechtzeitig runterzukommen. Es geht nur noch bergab und laut Rother hätten wir für die paar Kilometer noch 3 Stunden Zeit. Der Wanderführer muss eine Verletzung, einen Unfall oder eine kaputte Uhr gehabt haben. Wahrscheinlich hat ihn die schwarze Schlage gebissen, an der wir vorbeilaufen. Ich habe erst gedacht, die Sizilianer werfen genauso wie die Brandenburger ihre Gummireifen oder Teile davon in den Wald, bis ich erkannt habe, das das eine Schlange war. Die letzte Schlange, die wir beim Wandern getroffen haben, war in Costa Rica – und die sollte das gefährlichste Tier dort sein. Keine Ahnung wie das mit den Schlangen in Salina ist – wir schauen, dass wir uns vorbeischleichen.

Wir wollen zwar nach Malfa aber der Weg nach Rinella und Malfa sind erst einmal identisch. Es geht steil bergab und es gibt immer Abzweigungen nach rechts, die man nach Malfa nehmen könnten. Überhaupt gibt es immer wieder Schilder, die auch nach Lingua weisen. Der Berg ist von allen Seiten Salinas´ zu besteigen.

Wir entscheiden uns für die dritte und letzte Abzweigung. Das ist leider eher eine Forststrasse als ein Weg. Nach ca. 1,5 km geht es aber rechts weg – ausgeschildert nach Malfa. Schon nach 100 m heißt es entscheiden: Treppe runter - es sieht so aus als geht’s direkt nach Malfa; der Weg hoch sieht super aus; oder gerade aus, was wahrscheinlich richtig ist. Ich möchte natürlich falsch gehen, sehe aber nach ein paar Metern Aufstieg ein, dass hochgehen nicht runterkommen heißt und wir gehen dann doch gerade aus.

 Wir laufen einen schönen Weg nach Malfa herunter. Auf der rechten Seite sind markante Berge – wahrscheinlich wären wir da rausgekommen, wenn ich nicht umgedreht wäre.  Bevor wir nach Malfa kommen, picknicken wir noch schnell und dann im Dorf entlang zum Hotel Signum. Von dort breche ich sofort zum Supermarkt auf, um Bier und Wein zu kaufen und dann sitze ich im Hotel - und spare.  

 

Eine schöne, anstrengende Wanderung mit tollen Ausblicken. Verlaufen kann man sich trotzdem. Alle Wege führen zwar auf den Vulkan oder wieder runter. Man muss aber aufpassen, dass man in der richtigen Stadt rauskommt. Wir hätten also genauso nach Rinella oder Lengua laufen können. Insofern lohnt es sich dem gps zu folgen. Die Wanderung ist sicher auch im Winter schön.

Zu Salina: es gibt Busse und so ist es eigentlich egal wo man ist. Ich fand Rinella ganz gut. Da gibt es einen schönen Strand direkt am Hafen, wo auch die Fähren abfahren. Apropos Strand: damit ist es in Salina nicht weit her. Zu Fuss kommt man eher selten ans Meer und dann ist es noch steinig (wir waren aber auf dem Berg und nicht am Meer und haben keine Expertise).

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Das Ziel ist der Weg (nach Scafa)

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Pätz - Prieros, Brandenburg