Gipfel
17.11.2014, Monte Calogero
und nicht mal allein. Von Palermo auf den Monte Calógero. Eine kurze aber schöne Wanderung - sogar ein bißchen Bergtour.
In Palermo war nicht viel zu verlaufen. Steffi kennt sich aus. Milou boykottiert das Nachtleben. Also kein Pogo, sondern Aja Mola. Morgen früh geht es in die Berge. Da kennt auch sie sich nicht aus – wahrscheinlich klappt’s dann.
In Deutschland ist Winter. Schnee wird erwartet. In ein paar Tagen sind wir bei Peters 50stem in Bad Reichenhall. Das wird meine letzte Sommerwanderung dieses Jahr.
Sonntag früh: unser Ziel ist der Monte Calógero bei Termini Imerese. Der markanteste Berg in den Bergen um Palermo. Ich wollte da schon immer rauf, und jetzt ist die Gelegenheit perfekt – der Berg liegt auf dem Heimweg.
Der Plan steht; wir müssen ihn nur noch umsetzen. Allerdings verlaufe ich mich schon im Hotel. Meine Wanderuhr geht nicht – ohne GPS bin ich verloren. Der Monte Calógero soll Orientierungssinn und Trittsicherheit erfordern. Steffi findet sicher den Weg und ich will meine Höhenangst sowieso überwinden.
Wir fahren circa 20 Minuten von Termini Imerese in die Berge. Der Berg liegt eigentlich ganz gut. Wer an der Nordküste mit dem Auto unterwegs ist, kommt leicht hin.
Wir finden einen Parkplatz. Nach drei Restaurants in 24 Stunden stellen wir unsere Rucksäcke neu ein, und als es weniger drückt, gehen wir los.
Nach ein paar Kilometern finden wir den richtigen Wanderparkplatz. Gut, dass wir früher geparkt hatten. Hier hätten wir wahrscheinlich keinen Platz mehr ergattert.
Es geht steil und glitschig hoch.
Wir haben super Aussichten. Wir sehen auch Siziliens Grand Canyon, an dem wir vorher vorbeigefahren sind.
Es ist schwer, sich zu verlaufen. Es gibt nur einen Weg, und der ist mit rot-weißen Zeichen markiert. Ich kriege es trotzdem hin. Wir sind zu weit rechts. Das Handy zeigt mir den Weg zurück. Das bringt aber auch nicht viel. Wir finden zwar den Pfad, aber ein Stacheldrahtzaun sorgt dafür, dass Tiere und Menschen sich nicht treffen können.
Der Sizilianer und wahrscheinlich auch die Sizilianerinnen finden Wanderungen übertrieben und sperren öfters die Wege. Egal. Wir Deutsche sehen das anders. Ohne Fleiß kein Preis. Wir robben unter dem Zaun durch.
Jetzt geht’s steil hoch. War zu erwarten. Mit Steffi geht’s immer steil bergauf oder bergab. Das letzte Mal in Salina.
Das ist die Stelle, an der der Wanderführer Orientierungssinn erwartet. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Der oder die Mutige sucht sich den Weg nach oben. Wir folgen den rot-weißen Markierungen.
Nach anderthalb Stunden sind wir fast oben. Am Basecamp treffen wir auf eine Gruppe italienischer Alpinist:innen. Sie sehen besser aus als wir. Perfekt ausgerüstet, alles neu und gut in Schuss – und mit Führer. Wir überholen und stellen uns in den Gipfelstau - wie am Everest.
Fünf Minuten später sind wir oben. Ein Gipfel – normalerweise vermeidet Steffi Gipfel. Diesmal ging es nicht anders. Bei den Italiener:innen konnte man nicht bleiben. Zu laut. Der Gipfel hat sogar ein Kreuz und eine Inschrift für den letzten verstorbenen Wanderer.
Wir haben eine perfekte Sicht auf die Conca d’Oro, Palermo, Bagheria und Termini Imerese, aber auch die Madonie mit dem zweithöchsten Berg Siziliens: Pizzo Carbonara und unserem Monte Soro in den Nebrodi ganz hinten. Den Etna finden wir nicht.
Ich habe eine gute Idee - wir laufen auf dem vor uns liegenden Bergrücken zurück und verlängern die Wanderung. Auf der Karte ist auch kein Weg eingezeichnet - super, auf dem Hinweg habe ich gesehen, dass man schon runterkommt. Steffi will nicht - wie bei Hannah´s guten Ideen: Rauls Party. Wir gehen den ausgeschilderten Weg zurück.
Wanderparkplatz: hier hätten wir wie unsere italienischen Freund:innen parken sollen. Steffi murrt über die schlechte Planung - aber wir hatten auch keinen Führer dabei. Ich schau in die Berge und suche den Rückweg, den man hätte auch gehen können.
Fazit
Eine wirklich schöne Wanderung. Fast schon eine kleine Bergtour - man kann sie tatsächlich verlängern - aber genau weiß ich´s nicht. Es gibt kein Wasser und wenig Schatten. Also nichts für den Sommer. Bei Regen oder schlechter Sicht geht’s auch nicht. Entweder man findet nicht nach oben oder zu schnell nach unten.