50
Peters 50igster in Bad Reichenhall, 23.11.2024
Mit Glück klappt Verlaufen beim Spazierengehen. Geschwächt vom Feiern im Aegidi-Keller in die Berchtesgadener Alpen.
Wenn ich schon mal in den Alpen bin, dann will ich auf den Berg. Schnee, Sonne, Kater – beste Voraussetzungen für eine Wanderung. Peter erklärt mir, dass der Schnee eine Wanderung auf über 750 Meter Höhe unmöglich macht. Die Bergwacht sei bereits völlig genervt von Wander:innen, die sich überschätzen. Ich bin zu schwach für Widerspruch, also folge ich seiner Empfehlung: alles ungefährlich und schön sonnig.
Wir sind zum Feiern in Bad Reichenhall. Peter feiert seinen 50 igsten Geburtstag mit allem was dazu gehört. Bier, Wein, Schnaps, Essen, importierter Band, Gästen - an 2 Abenden nacheinander. Den ersten haben wir gerade so geschafft.
Top ausgestattet stehen wir in der Fussgängerzone: Sandra, Anselm mit allem, was der Alpinist braucht. Hannah mit flachen Wanderschuhen und zu kurzen Jeans und Mieze würde auch in Salzburg nicht auffallen. Dazu noch fünf Hunde. So zieht die Prozession durch Bad Reichenhall.
Mir wird schnell klar, dass der heutige Blogbeitrag „langweilig“ heißen wird. Wir begleiten die Rentner*innen durch den Kurpark, um dann gemütlich auf gut ausgebauten Wegen rund um Bad Reichenhall zu schlendern. Ich bin genervt. Fotos gibt’s deshalb keine. Wenigstens laufen wir im Schatten. Der Weg geht die ganze Zeit durch den Wald, hat aber gute Sicht auf den Berg, auf den ich wollte – der ist auch in der Sonne. Schnee kann ich nicht entdecken. Wir überqueren die Saalach und wollen dann auf der anderen Seite wieder zurücklaufen – diesmal ist es noch weniger beschwerlich. Wir wandern jetzt auf dem Radweg. Rechts von uns ein super Weg auf den Berg. Da könnten wir eigentlich schnell rauf. 800 Höhenmeter – das müsste gehen. Es ist 12 Uhr und wir sind erst 1,5 Stunden unterwegs. Moni hatte mir gestern erzählt, dass an diesem Berg jedes Jahr ein paar Leute verunglücken. Sieht eigentlich gar nicht danach aus. Ein Pfad nach links Richtung Wasser lenkt mich ab. Der Weg zum Wasser sieht abenteuerlich aus, und man kann auf keinen Fall abstürzen. Vielleicht ertrinken oder erfrieren.
Wir versuchen es. Alle machen mit. Der Pfad wird immer wilder; hier hat’s auch Schnee, durch den wir stapfen. Wir müssen durchs Gebüsch, unter und über umgefallene Baumstämme klettern. Echt gut. Anselm und Mieze sind skeptisch. Sandra und den Hunden gefällt’s. Sandra möchte ihren Blog „immer durch den Matsch“ nennen. Hannah träumt von Skifahren. Mir gefällt’s immer besser. Richtige Richtung, kein Weg, beschwerlich – fehlt nur anstrengend. Irgendwann wird der „fast Weg“ zum „gar nicht mehr weiter Weg“. Wir stehen an einem Bach.
Drei Meter breit, nicht so tief. Anselm weigert sich, barfuß durchzuwaten. Da will er lieber zurücklaufen. Sandra schließt das kategorisch aus. Wenn nicht durch den Bach, dann halt drüber. Ein paar hundert Meter weiter liegt ein Baum über dem Wasser. Nicht so breit, aber Schnee drauf – das kriegen wir hin. Ich probiere es und mache den Schnee runter. Sandra trägt Aphra auf dem Arm und wir überqueren ihn. Die anderen Hunde machen es uns nach und balancieren über den Stamm. Am Ende haben es alle unversehrt gemeistert.
Nach einigen Metern querfeldein durch den Wald finden wir den Wanderweg Richtung Bad Reichenhall.
Schon wieder langweilig. Durch die Baumstämme sehe ich meinen Berg.
Das reicht mir auf keinen Fall. Es geht wieder links ab. Wieder zum Wasser. Die Saalach ist sicher 50 Meter breit; da gibt es keinen Baum zum Überqueren. Die anderen laufen trotzdem mit. Es lohnt sich. Der Blick über die Saalach in die Berge ist toll, und wir laufen endlich auch in der Sonne. Der Weg ist schmal und matschig, aber keine weiteren Hindernisse, und man kann auch eine Brücke sehen.
Die überqueren wir dann, und direkt danach geht es wieder links ab. Am Flussufer kann man wahrscheinlich gut entlanglaufen. Die ersten Meter laufen mir alle noch nach. Dann will niemand mehr zum Fluss runterklettern, und allein weiterlaufen ist aunhöflich. Wir suchen also wieder Senior.innen und spazieren gemeinsam zum Hotel.
Schön, dass man sich auch auf Spaziergängen verlaufen kann. Das eröffnet neue Perspektiven fürs Alter. Meine überschüssige Energie werde ich abends beim Tanzen auf Peters Fest los.
Fazit:
den ersten Teil des Weges erst ab 70
den zweiten Teil nur mit festem Schuhwerk
viel tanzen, dann trinkt man weniger
den 50 igsten von Peter feiern