Lost and not found
Hab´ ich Alles dabei? Wer sich verlaufen will, muss gerüstet sein.
Eine meiner Charaktereigenschaften war (ist´s vielleicht immer noch), dass ich alles liegen gelassen oder verloren habe. Bargeld und Papier sind immer maximal nach 30 Minuten weg. Besonders nachteilig, wenn es sich, wie in Paris am Flughafen, um die Flugtickets handelt. Wenn jemand in meinem Freundeskreis Geld findet, gibt er oder sie es mir immer zurück. Kann nur ich verloren haben.
Schlüssel verliere ich etwa einmal pro Woche (wenn’s reicht), und das Mäppchen mit den Kreditkarten und dem Personalausweis ist immer unauffindbar, aber meistens in den Innentaschen von Jacken zu finden. Mützen, Schals, Sonnenbrillen, Trinkflaschen und Ähnliches werden von mir gern bewusst anderen zur Verfügung gestellt. Auffällig ist dabei, dass mir nie etwas finde. Wenn - dann nur meine eigenen Sachen.
Als ich mit Marc auf einem Karate-Lehrgang in Dresden war, veränderte sich alles: Nachdem ich in kürzester Zeit meine Mütze und Kaffeetasse verloren hatte, gab er mir den Tipp, mir vor dem Gehen immer die Frage zu stellen: „Habe ich alles dabei?“ Das klappt erstaunlich gut: Ich habe klein angefangen und mich erst auf Schlüssel und Handy konzentriert. Bargeld benutze ich, wohlwissend meiner Schwächen, seit Jahren nicht mehr. Nachdem das erfolgreich funktionierte, habe ich meine Liste verlängert. Beim Wandern ist die Liste inzwischen ziemlich lang:
- Wanderschuhe
- Lange Hose
- Mütze
- Rucksack
- Wasser
- Müsliriegel
- Handy mit heruntergeladener Karte
- Wanderuhr mit heruntergeladener Tour
- Powerbank mit Kabel
- Ersatzhemd
- Regenjacke
- Wanderstöcke
- Verbandszeug
Den Rest habe ich vergessen.
P.S: Beim Bearbeiten des Textes fällt mir auf, dass ich mein Handy in Cottbus gelassen habe. Es ist ein langer steiniger Weg.