Rund um Prieros Pechhütte

 

Prieros Pechhütte – Hermsdorfer Mühle – Waldhaus Prieros – Prieros Pechhütte

Sonntag in der Sonne in Prieros: Wolf, Katharina und Kerstin wollten eine kleine Wanderung machen und haben mich gefragt, ob ich mitkomme. Klang erstmal nach einem gemütlichen Spaziergang. Aber als wir dann vor einem gesperrten Minenfeld standen, wurde klar: Sie hatten sich etwas anderes vorgestellt als ich. Letztlich sind wir, mit ein paar Kratzern gut durchgekommen. Immerhin – gesteinigt wurde ich nicht, auch wenn ich am Ende das Bier im Waldhaus zahlen musste.

Los ging es in Prieros. Wolf und Katharina waren zu Besuch, Kerstin war bei Matthias. Das Wetter legte eine Wanderung nahe. Unsere Ausrüstung? Na ja, nicht optimal – aber wir hatten alle Turnschuhe an, das musste reichen. Schließlich sollte es auch nicht weit sein. Ich hatte da so eine Idee. Also ab ins Auto und nach Prieros Pechhütte, wo wir so weit wie möglich durch die Datschensiedlung fuhren und an der letzten Ecke des Waldcorso parkten.

Unser erstes Ziel war die alte Dahme zu finden. Von dort aus wollten wir immer so nah wie möglich dem Ufer folgen. Der Einstieg: ein kleiner Trampelpfad, der sich durch einen schönen Laubwald schlängelt bis wir an einer Wasserentnahmestelle  ankamen. Wer mutig ist, springt in´s Wasser – wir sind´s nicht und laufen weiter. Wer’s einfach mag, kann den breiten Wegen folgen, die auch nach Süden führen und am Ende alle zur Hermsdorfer Mühle kommen. Wir aber kämpfen uns durch die Trampelpfade und sobald wir können gehen wir direkt ans Ufer. Hier sind wir jetzt auf großen Wiesen, die zur Viehzucht genutzt werden; wir steigen über Zäune und überqueren kleine Fließe. Sehr abenteuerlich und sehr schön (also ich finds schön, die anderen sehen ein bisschen verzweifelt aus. Irgendwann wird’s allen zu bunt und wir folgen einem Fließ wieder in den Wald.

An der Mühle überquerten wir die Dahme, und für mich war klar: denselben Weg auf der anderen Seite des Flusses zurück. Doch wie das mit Plänen so ist – manchmal müssen sie spontan angepasst werden. Die Wiesen auf der anderen Seite waren wegen Minen gesperrt. Ich wollte mich davon natürlich nicht beirren lassen – schließlich gab es dort auch Kühe, was konnte da schon passieren? Die anderen waren da weniger optimistisch und setzten sich durch: Wir nahmen den Weg durch den Wald.

Man kann den breiten Wegen folgen, die parallel zur Dahme verlaufen – oder man nimmt, wie wir, immer wieder die Trampelpfade, die näher am Wasser sind.

Irgendwann kommt man zum Streganzer See– am Ende kommt jeder da raus. Schöner ists aber am Wasser – vorallem weil man dann in einer Art Dschungel landet. Ich finde ich hab den Dschungel super gefunden, die anderen denken wir haben uns hoffnungslos verlaufen. Alle wollen umdrehen – ich weiß aber genau wos lang geht.

Also haben wir uns unter Bäumen durchgekämpft, durch Brennnesseln und Sümpfe (ca. 15 Minuten Abenteuer pur), bis wir vor einem Zaun standen. Der Zaun gehörte zum Waldhaus Prieros. Ich bin schnell drübergeklettert und hab behauptet, dass die Betreiber es bestimmt nicht so eng sehen, wenn wir danach bei ihnen einkehren. Leicht zweifelnd (oder verzweifelt) klettern die anderen nach.

Das Waldhaus ist eine tolle Anlage – mit einem Restaurant, Hotel und Bootsanlegeplatz. Nach einem kurzen Stopp im ehemaligen Wilhelm-Pieck-Haus – alle waren erleichtert, dass das Schlimmste vorbei war – ging es weiter.

Eigentlich wäre jetzt nur noch der offizielle Weg um den See zurück zum Auto dran gewesen – alles ganz entspannt. Aber „entspannt“ ist langweilig. Ich kannte da eine Abkürzung (glaubte ich zumindest). Also überredete ich die anderen, querfeldein zu gehen. Wir liefen bis zum nördlichen Ende des Parks, kletterten wieder über einen Zaun und folgten dem Kanal Richtung Prieros. Doch irgendwann war Schluss. Eine Werft blockierte den Weg, und ihre Zäune waren definitiv zu hoch, um einfach drüberzuklettern.

Kein Problem, dachte ich. Natürlich kannte ich eine Lösung. Mit etwas Überzeugungskraft schaffte ich es, dass wir dem Zaun der Werft folgten, bis er löchrig wurde. Durch ein Loch gekrochen, und schon waren wir wieder im Wald. Von dort aus führte uns der Weg direkt zur Straße, die zurück zum Waldhaus Prieros und zum Auto führte Die anderen bestanden darauf, jetzt auf der Straße weiterzulaufen. Und ja, da habe ich dann doch nachgegeben und wir laufen zurück. 

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Pätz - Prieros, Brandenburg