Montagna o Mare?
Hoch oder runter? Links oder rechts? Auf keinen Fall nach Plan.
Marc und Susanne gehen an den Strand, ich auf den Burgberg mit Milou – klarer Plan für unseren Ausflug nach Cefalù.
Auch in Sizilien ist es eher Sommer als Herbst. Alle machen sich Sorgen um die Trockenheit. Wir fliegen her und genießen die Sonne.
Der Plan gerät ins Wanken, als ich anfange, immer rechts abzubiegen, anstatt den direkten Weg zu wählen. Susanne ist noch von der Nacht mit Steffi mitgenommen, und Marc ist krank, weshalb es keine nennenswerte Gegenwehr gibt. So haben wir verschiedene leerstehende Ferienanlagen zwischen Capo d’Orlando und Finale gesehen. Außerdem waren wir bei einem geschlossenen Karate-Dojo. Sehenswürdigkeiten, die man erlebt haben muss – aber sie kosten auch Zeit.
Im Sommer 2022 sind Steffi und ich, wie heute, diese Straße an der Küste entlanggefahren, bis wir in einer Kurve auf eine Stelle stießen, an der die Straße um einen Meter abgesackt war. Beim langsamen Fahren fiel uns ein Schild auf: vendesi. Es stellte sich heraus, dass sich das angebotene Haus um 5 % Richtung Messina neigte. Doch der Ort Millianni hatte es uns angetan. Im Juli kamen wir zurück und schauten uns ein zweites Haus an – diesmal war der Strandzugang abgerutscht. Unser Geometra Sarino, der die Häuser mit uns besichtigte, empfahl uns ein Haus in Scafa. Schon am Anfang unserer Suche, als wir in Scafa unseren heutigen Freund Julius besuchten, waren wir uns sofort einig, dass Scafa bei Capo d’Orlando nicht in Frage kommt: Viel zu steil, Capo - hässlichste Stadt Siziliens, weder direkt am Meer noch richtig in den Bergen. Wir sind mit Sarino nach Scafa gefahren und haben das Haus am nächsten Morgen angezahlt. Steffi ist mehr oder weniger gleich dageblieben – soviel zu Plänen.
Jedenfalls essen wir hervorragend im Arrhais in Finale. Am Ende kommen wir dann doch in Cefalù an, setzen uns an den Strand und warten, bis es dunkel wird.
Um 16:00 Uhr ist es mir genug. Ab auf den Berg! Milou und ich brechen auf. Marc fragt, ab wann sie sich Sorgen machen müssen. Die Wanderung dauert ca. 2,5 Stunden – also 18:00 Uhr sollten wir zurück sein. Er meint, da wäre es längst dunkel- also schneller laufen. Erst in die Altstadt. Zigarren für den Notfall kaufen, dann Richtung Berg.
Wir kommen am schönen alten Hafen vorbei. Die Leute warten auf den Sonnenuntergang und genießen die Stimmung. Das wäre auch eine Idee: Bier kaufen und sich mit der Zigarre den Sonnenuntergang ansehen. Die Disziplin siegt, und wir gehen weiter. Wir sehen links eine kleine Treppe. Wir sind zwar schon spät dran, aber für einen kurzen Abstecher ist sicher noch Zeit. Wir biegen ab und sind direkt am Wasser. Es sieht aus wie in den Dolomiten – nur am Meer.
Es geht ein sehr schöner kleiner Weg über die Dolomiten am Rande des Berges entlang. Der Berg sieht von unten ganz schön schroff und steil aus. Außerdem war ich schon mal oben .
Ich überrede Milou, dass wir uns das heute sparen, doch ein Bier kaufen und den Sonnenuntergang genießen. Dann muss sich Marc auch keine Sorgen machen. Wieder ein Plan in´s Wasser gefallen.
Bevor wir abbrechen, sehe ich noch eine sehr versteckte kleine, steile Treppe nach links. Milou sieht sie auch und ist schon unten. Wir sind wieder am Meer.
Wir laufen von hier den gesamten Weg immer den Klippen entlang unter der Stadtmauer zurück, bis wir wieder am Hafen ankommen. Der Sonnenuntergang war schon vorbei und Bier gab´s auch keins.
Aber der Dom ist sehr schön.
Man kann aus dieser Erfahrung die verschiedensten Lehren ziehen. Eine ist aber unbestreitbar: Es gibt zwei schöne Wanderungen in Cefalù. Eine auf dem Berg: Dauer circa zweieinhalb Stunden, und eine unter dem Berg: Dauer circa eine halbe Stunde. Ich würde beide miteinander verbinden.
Die Wanderung ist unspektakulär, wenn man sie richtig plant. Der Weg ist kein Geheimtipp, sondern der ausgeschilderte Rundweg um Cefalùs Altstadt. Man muss also keinen Blog lesen – Reiseführer oder Schilder reichen auch.
Empfehlung: Top Restaurant Arrhais in Finale
http://www.arrhais.com
Das unten ist die Tour, wie ich sie planen würde: